Korg-Pitchblack. Gibt nix zu sagen ausser: "Macht das, was es soll und das sehr präzise." Klein, robust, im Livebetrieb nicht mehr wegzudenken. Tolles Teil!

 

Sollte an erster Stelle in der Effektkette stehen.

 

 

 

 

 

Ich fang' mal oben links mit dem Delay an. Das Memory Toy habe ich nach wie vor noch, aber es musste den Stammplatz für das Flashback von tc-electronics hergeben. Was ein geniales Gerät!!! Verschiedene Delay Modis vom Klassiker 2290 bis zum eierndem Tapedelay, aber auch schräge Reversesachen sind mit an Board, klasse. Durch einen Kippschalter sind Achtel und punktierte Achtel möglich, d.h. Pink Floyd und U2 kommen unglaublich authentisch daher. Intern kann man den True Bypass auf einen gebufferten Bypass anpassen, was bei Platzierung am Anfang oder Ende der Signalkette sehr von Vorteil ist.  Volle 10 Punkte für das Flashback.

 

Das nächste Teilchen rechts vom Delay ist die Pitch Box der recht neu auf dem Markt angekommenen chinesischen Firma Mooer. Der Wicht ist recht flexibel, man kann über den Kippschalter drei Modis anwählen, wobei ich den Modus Detune favorisiere, um 12-String ähnliche Sounds zu erzeugen. Auf Stellung 12 Uhr kriegt man einen astreinen Choruseffekt hin, der trotz digitaler Technik überzeugt und nicht kalt wirkt. Im Gegenteil dazu sind ja manche analoge Modulationseffekte zu warm/mulmig und verändern den Grundsound extrem. Nicht bei der Pitchbox. Der Effekt wird dem Originalsignal recht subtil zugemischt, ohne den Grundsond drastisch zu verändern.

 

Der MXR Phase 90. Vor allem im Overdrivebetrieb setzt sich der Effekt sehr gut durch und klingt zusammen mit der Tweed-Fraktion des Toadworks wie ein Leslie ... Cold Shot lässt grüssen.

Meine erste Aktion nach dem Kauf war der R28-Mod. Sehr einfach zu bewerkstelligen, man lötet einen Anschlussdraht des Widerstandes R28 ab und schliesst ihn somit kurz. Dadurch wird der Effekt subtiler, verliert an Mitten und bleibt cleaner. Durch diese einfache Manipulation wird der "Block-Logo" Phase 90 zum "Script-Logo" Phase 90, wie er zuerst von MXR vor der Übernahme von Dunlop gebaut wurde.

 

 

Das Dual Drive. Ein preisgünstigeres T-Rex-Pedal in der 60th Thomann Edition, wurde also extra für das Jubiläum vom großen "T" bei T-Rex in Auftrag gegeben.

Fazit: alles richtig gemacht. Die A-Seite bringt ein klassisches Overdrive mit recht geringer Mittennase, ein recht transparenter Vertreter, sehr dynamisch. Die B-Seite geht in Richtung Soldano, wesentlich komprimierter, eigent sich perfekt für ein sahniges Solo, allerdings mit einem noch recht ausgeprägten Höhenanteil, das es noch rotzig genug klingt. Einziges Manko. Die Achsen der 4 Hauptpotis sind zu leichtgängig, die beiden Mini-Toneregler kann man bei aller Liebe nicht ablesen. Das ist allerdings eine T-Rex-Krankheit.

 

 

Das Hustle Drive. Ein 1:1 Klon des OCD. Ein klasse Distorsion. Klingt recht breit, fett, eignet sich perfekt für chrunchige Akkordfolgen. Für Stones-Coversongs ein Muss. Die kleinen Regler sind gewöhnungsbedürftig, aber recht bewegungsfest und durch den weißen Strich gut ablesbar. Das HustleDrive ist eines der nebengeräuschärmsten Pedale, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Sehr gute Qualität.

 

 

 

 

 

 

 

Schon wieder ein T-Rex. Ja, ich hab mittlerweile einen Narren an den Dingern gefressen. Meinen alten TS9 habe ich irgendwann verhökert, weil ich die Mittennase des Ibanez nicht mehr ertragen konnte. Das Alberta 2 geht natürlich in die Richtung des Tubescreamer, aber noch mal mit einer deutlich anderen Qualität und Vielseitigkeit. Die Gainreserven des Alberta sind recht gering und wesentlich geringer als beim Vorbild, allerdings ist das Pedal viel dynamischer. Die Stufe "2" kann mit Gain auf 12:00 Uhr und den Kippschalter auf "Fat" einen dumbleartigen Ton herauszaubern, der unglaubkich warm, aber trotzdem durchsetzungsfähig ist. Die andere Seite "2" ist ein mittenärmerer Tubescreamer mit deutlich höherer Kompression. Will heißen, rotzigere Leads sind damit vorprogrammiert.

Die Verabeitungsqualität von T-Rex ist enorm, innen wie außen.

 

 

 

Dumbledor. Was ein geiler Name für ein Dumble Pedal :-)  Die deutsche Firma Wheebo hat hier ein absolutes Sahnehäubchen auf den Markt gebracht. Das Ding ist unfassbar fett. Man muss echt aufpassen, dass man den Rest der Band damit nicht wegbläst. An der Verzerrung stimmt einfach alles, völlig genial. Das Sweet passt hier wirklich. Mit dem Dynamik-Schalter, der die interne Betriebsspannung von 9 auf 18 Volt anhebt, muss man wissen, dass der Ton durchsetzungsfähiger, aber auch härter wird, Nachregelung über den Equalizer sind dann notwendig. Die 9-Volt-Version gefällt mir persönlich besser.

 

 

 

Jetzt is abba mal jut. Schon wieder ein Saurier, is ja schon fast inflationär ;-)

Der Möller. Gibt es nix zu meckern. Die Qualität wie beim Alberta, aber noch ein paar Schmankerln mehr. Der Booster ist supereffektiv und hat Reserven ohne Ende. Der Mixregler mixt das Originalsignal der Gainstufe zu. Das heißt, mehr Mix gleich mehr Transparenz und trotzdem Verzerrung, eine tolle Lösung, gab es übrigens auch schon bei der Firma Palmer. In der Mitte noch einen Fat Boost, damit der typische TS-Bassklau behoben werden kann. Alles prima!

 

 

Ein texanischen Knochen made in Canada. Schon wieder ein Tubescreamer??? Ja und doch auch nein. Der TS wurde dem Konzept zwar zugrunde gelegt, aber technisch wohl vollkommen anders umgesetzt. Das Texas Bones hat erheblich mehr Gainreserven als der TS.  Auf "The House is rockin" oder "Love me Darling" von Steve Ray Vaughan kann man ungefähr ausmachen, wohin die Reise geht. Beide Kanäle basieren auf einer Zerreinheit, die vom Prinzip gleich sind. Lediglich eine dezente Mittenanhebung unterscheidet Kanal 2 von Kanal 1.

Aber jetzt kommt der Clou. Mittels der zwei Schiebeschalter können drei Tubescreamergenerationen abgerufen werden. Praktisch vom TS 808 über den TS9 bis zum OCD. Wie auf dm Bild zu erkennen, imitiert Kanal 1 (Biteschalter ganz unten) den Klassiker. Drive auf 10 Uhr reicht da vollkommen aus. Der Toneregler ist mit Vorsicht zu geniesen, da nicht nur lediglich Höhen dazugemischt werden, sondern ähnlich dem Zendrive das ganze Tonspektrum verändert wird. Bite 2 steht auf max und gibt dem Ton eine gute Portion an Mitten dazu. In Kombination mit dem davor geschalteten Toadworks Plexi sind da sehr sahnige Solis im Santana Stil möglich. Bei entsprechender Amplautstärke steht der Ton ... endloses Sustain zaubert ein Lächeln ins Gesicht.

Der Texas hat übrigens keinen True Bypass, er ist gebuffert.

 

Das "Todesrasseln", keine Ahnung, warum sich die Firma Toadworks diesen Namen ausgedacht hat. Vielleicht, weil das Gerät derart beeindruckt, dass man kurz vor der präfinalen Schnappatmung weilt :-)

Sei's drum, das Teil ist klasse und verspricht genau das, was draufsteht: links den angechrunchten 5E3 Tweed Deluxe mit einer kleinen Schippe Dreck und rechts den aufgerissenen Marshall, einmal mitten ins Gesicht. Das Ganze durch einen Booster versüsst, der auch noch vor- und nach der Kette schaltbar ist. Das ist eigentlich das OD-Board in a box. Kleiner Wermutstropfen sind die etwas höheren Nebengeräusche im Pleximodus bei Gain ab 12 Uhr, aber das lässt sich im Bandgefüge verschmerzen.